Es war einmal ein sumpfiges und von niemanden beachtetes Gelände am Isarufer. Allenfalls diente das Gelände zur Jagd. Kurfürst Carl Theodor ließ sich von den Vorstellungen des Schwetzinger Hofgärtners Friedrich Ludwig von Sckell leiten und erteilte im Jahr 1789 einem Amerikaner, den Auftrag aus diesem unwirtlichen Gelände einen Park entstehen zu lassen. Der Name dieses Amerikaners: Benjamin Thompson, der bayerischer Kriegsminister war und besser bekannt ist unter seinem Namen: Reichsgraf von Rumford.

Ab 1798 wurde das Vorhaben von Freiherr von Werneck weiter verfolgt. Es war aber der Hofgärtner Friedrich Ludwig von Sckell der ab dem Jahr 1798 den Park über Jahre hinweg wesentlich gestaltete und zwar nach dem Vorbild der englischen Landschaftsgärten. Daher stammt auch der Name „Englischer Garten“. Sckell`s Idee war es immer, die großzügigen Weiten eines Parks dazu zu nützen, die vorhandenen landschaftlichen Elemente mit einer Parkarchitektur zu verbinden, die einen freien Blick zulässt und vom Wechselspiel zwischen Licht und Schatten geprägt ist.

 1792 erließ Karl Theordor ein Dekret, wonach alle Gärten in Bayern der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden. Zu diesem Zeitpunkt gab es bereits den Chinesischen Turm (25 Meter hoch), der 1789/1790 gebaut wurde und zwar in Anlehnung an einer im Kew Garden bei London stehenden Pagode, die ihrerseits sich an einem Vorbild aus China orientierte.

In den Park hinein „setzte“ man 1800 den Kleinhesseloher See (mit der Königininsel, der Kurfürsteninsel und der Regenteninsel), der später dann noch mal erweitert wurde (1813). Nachdem 1799 die am Rande des Englischen Gartens gelegenen Militärgärten aufgelöst wurde und auch ein großes Gelände in der Hirschau mit dem Park verbunden wurde, gewann der Englische Garten seine heutige Größe.

373 ha groß ist der Englische Garten und damit eine der größten innerstädtischen Parks der Welt. Er ist sogar größer als der Central Park in New York. Die Anlage weist ein 78 Kilometer langes Wegenetz auf, 8,5 Kilometer fließendes Wasser und etwa 12 Kilometer lange Reitwege.

 Sckell, der neben dem Englischen Garten viele andere Projekte verfolgte, siedelte erst 1804 nach München über und wurde Intendant des gesamten Bayerischen Gartenwesens. Sein Anliegen war es, aus einer Parkanlage einen nach künstlerischen Gesichtspunkten gestalteten Park entstehen zu lassen. Er arbeitete an der Umsetzung seiner Ideen und Konzepte bis zu seinem Tod im Jahr 1823. Zur Erinnerung an diesen Gartenbaumeister ließ König Max I. Joseph am Kleinhesseloher See ein Denkmal für ihn und Reinhard von Werneck errichten. 

 Es war König Ludwig I., der1837 Leo von Klenze mit der Errichtung des Monopteros beauftragte, der auf einem künstlichen Hügel nach griechischen Vorbildern erbaut wurde und von dem aus man einen herrlichen Blick auf die Türme der Stadt hat.

 Auf einer kleinen Insel im Köglmühlbach im Süden des Englischen Gartens wurde zu den Olympischen Sommerspielen 1972 ein Japanisches Teehaus erbaut. Es sollte an die entstandene Städtepartnerschaft mit dem japanischen Stadt Sapporo erinnern.

 Der Englische Garten ist sozialgeschichtlich gesehen der erste Volksgarten auf dem Kontinent. Waren Parks früher nur der adeligen Schicht vorbehalten und dienten dabei ganz wesentlich auch den ausgedehnten Jagden, so sollte der Englische Garten dem Volk dienen, den Münchner eine Oase der Ruhe, der Entspannung und der Erholung sein.

Es ist ein Garten für Alle und das sollte auch so bleiben.